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Kanalgeruch aus dem Waschbecken: So finden Sie die Ursache und stoppen den Gestank

Von Martin

Wenn es aus Waschbecken, Dusche oder Spüle unangenehm riecht, ist das nicht nur lästig, sondern oft ein Hinweis auf einen einfachen, gut behebbaren Auslöser. In vielen Fällen sitzt das Problem direkt am Geruchsverschluss, an Ablagerungen im Ablauf oder an einem ausgetrockneten Siphon. Mit den richtigen Handgriffen und etwas System bekommen Sie den Geruch meist schnell in den Griff – und wissen, wann eine professionelle Abflussreinigung sinnvoll ist.

Materialien & Werkzeuge

  • Gummihandschuhe – Schutz vor Schmutz und Keimen.
  • Eimer oder Schüssel – fängt Wasser aus dem Siphon auf.
  • Alte Zahnbürste / kleine Reinigungsbürste – für Randbereiche, Gewinde und Dichtungen.
  • Rohrbürste oder flexible Flaschenbürste – löst Biofilm im Ablaufstück.
  • Mikrofasertuch – zum Abwischen und Dichtflächen prüfen.
  • Mildes Spülmittel – entfettet, ohne Dichtungen zu stressen.
  • Natron – unterstützt beim Lösen organischer Beläge.
  • Haushaltsessig (oder Zitronensäurelösung) – hilft gegen Geruchsbeläge; dosiert einsetzen.
  • Taschenlampe – um Ablauf, Überlauf und Fugen zu kontrollieren.
  • Abflussstopfen oder Silikonabdeckung – kurzfristige Geruchsbarriere, z. B. bei selten genutzten Abläufen.

Schritt-für-Schritt: Geruch an der Quelle beseitigen

  1. Lokalisieren Sie den Geruchspunkt.
    Riecht es eher am Waschbecken, an der Dusche, am Bodenablauf oder am Spülbecken? Halten Sie die Nase (kurz) an die jeweiligen Abläufe. So vermeiden Sie, am falschen Ort zu reinigen.
  2. Prüfen Sie den Geruchsverschluss auf Wasser.
    Ein Siphon braucht eine Wasserbarriere. Wenn ein Ablauf selten genutzt wird (Gäste-WC, Bodenablauf, Keller), kann sie verdunsten. Lassen Sie 20–30 Sekunden Wasser laufen und prüfen Sie, ob der Geruch deutlich nachlässt.
  3. Reinigen Sie sichtbare Bereiche: Stopfen, Sieb, Haare, Rand.
    Gerüche entstehen oft durch Biofilm aus Seifenresten, Hautfett und Haaren. Entfernen Sie Ablagerungen am Stopfenmechanismus und im Sieb. Ein Tropfen Spülmittel und eine Bürste reichen meist schon.
  4. Siphon abschrauben und gründlich säubern (bei Waschbecken/Spüle).
    Stellen Sie einen Eimer darunter, lösen Sie die Überwurfmuttern von Hand (ggf. mit Tuch greifen) und nehmen Sie den Siphon ab. Reinigen Sie innen mit Bürste und Spülmittel. Achten Sie auf: schleimige Beläge (typisch bei „faulen Eiern“-Geruch) und Speisereste in der Küche.
  5. Dichtungen kontrollieren und korrekt montieren.
    Riecht es trotz Wasser im Siphon, kann Luft an einer schlecht sitzenden Dichtung vorbeiziehen. Wischen Sie die Dichtflächen ab, prüfen Sie poröse Dichtungen und setzen Sie alles spannungsfrei wieder zusammen. Danach kurz Wasser laufen lassen und auf Tropfen prüfen.
  6. Ablauf und Überlaufkanal spülen (besonders im Bad).
    Der Überlauf im Waschbecken ist ein häufiger „Geruchsspeicher“, weil dort Wasser steht und Biofilm wächst. Spülen Sie ihn mit warmem Wasser und etwas Spülmittel durch. Mit einer kleinen Bürste (oder Pfeifenreiniger) erreichen Sie den Kanal besser.
  7. Geruchsbeläge im Rohrstück lösen (Natron + heißes Wasser, optional Essig).
    Geben Sie 2–3 Esslöffel Natron in den Ablauf, danach eine Tasse heißes (nicht kochendes) Wasser. Optional: einen kleinen Schuss Essig hinterher und 10–15 Minuten wirken lassen, dann reichlich warm nachspülen. Diese Methode zielt auf organische Beläge, ersetzt aber keine fachgerechte Rohrreinigung bei massiven Ablagerungen.
  8. Duschablauf/Bodenablauf öffnen und den Einsatz reinigen.
    Bei vielen Duschen lassen sich Abdeckung und Geruchseinsatz entnehmen. Entfernen Sie Haare und Ablagerungen, reinigen Sie die Rinne bzw. den Topf und setzen Sie alles korrekt ein. Bei Bodenabläufen im Keller: Danach immer Wasser nachfüllen, damit der Geruchsverschluss wieder steht.
  9. Testen Sie das Ergebnis und legen Sie eine kleine Wartungsroutine fest.
    Lassen Sie alle betroffenen Armaturen kurz laufen und prüfen Sie nach 30–60 Minuten erneut. Für die Praxis bewährt: 1× pro Woche warm durchspülen, sichtbare Teile abwischen und selten genutzte Abläufe regelmäßig mit Wasser befüllen.

Bleibt der Kanalgeruch trotz sauberem Siphon und gefülltem Geruchsverschluss bestehen, kann die Ursache tiefer liegen (z. B. Ablagerungen weiter hinten, Undichtigkeiten oder ein Problem mit der Entlüftung). Dann ist eine professionelle Abflussreinigung durch einen Fachbetrieb oft der schnellste und sauberste Weg, bevor Sie mit aggressiven Mitteln experimentieren. Für Eigentümer und Hausverwaltungen kann außerdem eine Rohrleitungsprüfung sinnvoll sein, wenn der Geruch wiederkehrt.

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Duftsprays statt Ursachenbehebung: Überdecken hilft kurz, Biofilm bleibt. Besser mechanisch reinigen und spülen.
  • Siphon nur „durchspülen“: Geruchsbeläge kleben oft oberhalb der Wasserlinie. Lösung: Siphon ausbauen und bürsten.
  • Chemiekeulen zu häufig einsetzen: Starke Reiniger können Dichtungen angreifen und bringen bei Biofilm nur begrenzt Nutzen. Besser: Bürste, Spülmittel, warmes Wasser.
  • Reinigungsmittel mischen: Niemals verschiedene Produkte kombinieren (z. B. Chlorreiniger und Säuren). Nutzen Sie eine Methode nach der anderen und spülen Sie dazwischen gründlich.
  • Kochen heißes Wasser in Kunststoffleitungen: Kann Rohre verformen. Nutzen Sie heißes, aber nicht sprudelnd kochendes Wasser.
  • Überlauf und selten genutzte Abläufe vergessen: Gerade Gäste-WC, Kellerablauf oder Waschmaschinenstandrohr sind typische Geruchsquellen. Regelmäßig Wasser nachfüllen.
  • Tropfende Verbindungen ignorieren: Kleine Undichtigkeiten lassen nicht nur Wasser, sondern auch Gerüche durch. Dichtungen prüfen, korrekt anziehen, bei Bedarf ersetzen.

Zusammenfassung

Unangenehme Gerüche aus dem Ablauf lassen sich meist durch gefüllte Geruchsverschlüsse, gründliche Reinigung von Siphon, Stopfen und Überlauf sowie das Entfernen von Biofilm nachhaltig reduzieren. Arbeiten Sie systematisch von „nah am Ablauf“ nach „tiefer im System“ – und ziehen Sie bei wiederkehrendem oder hartnäckigem Geruch rechtzeitig eine professionelle Abflussreinigung in Betracht.

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Kommentare

Karo_Seifenschaum

Der Hinweis mit dem Überlaufkanal ist Gold wert. Ich hab immer nur den Stopfen und das Sieb sauber gemacht und mich gewundert, warum es trotzdem „muffig“ bleibt. Mit warmem Wasser + Spülmittel durchspülen und dann mit so einer kleinen Bürste rein: danach war echt Ruhe. Natron hab ich auch probiert, aber ohne die mechanische Reinigung bringt’s bei mir kaum was.

Sebastian77

Ich bin bei „optional Essig hinterher“ etwas skeptisch, weil viele Leute dann doch anfangen zu experimentieren… und am Ende wird’s zur Chemieparty im Abfluss. Gut, dass ihr extra schreibt: Methode nach der anderen und dazwischen gründlich spülen, plus niemals Produkte mischen (Chlor + Säure ist einfach lebensgefährlich). Was ich noch ergänzen würde: Wenn der Siphon ab ist, wirklich mal die Dichtungen anfassen und anschauen, ob die porös sind – ich hatte genau da eine kleine Undichtigkeit, und da kam der Geruch quasi „vorbei“, obwohl Wasser im Siphon war. Und kochendes Wasser in Kunststoffleitungen… hab ich früher gemacht, bis sich mal was verzogen hat. Seitdem nur noch heiß, nicht sprudelnd. 👍

Janina Schultz

Bei uns im Gäste-WC (wird fast nie benutzt) stank es regelmäßig aus dem Waschbecken, und ich dachte erst an „irgendwas im Rohr“. Am Ende war’s wirklich nur der ausgetrocknete Siphon, wie hier beschrieben – 20–30 Sekunden Wasser laufen lassen hat sofort geholfen. Seitdem hab ich mir angewöhnt, einmal die Woche kurz warm durchzuspülen und die selten genutzten Abläufe „aufzufüllen“. Was mich noch interessieren würde: Wenn der Geruch trotz sauberem Siphon und gefülltem Geruchsverschluss bleibt, woran merkt man als Laie am ehesten, dass es eher Richtung Entlüftung/„tiefer im System“ geht und man lieber direkt den Fachbetrieb holt?

Florian W.

Interessant!

Miriam1992

Danke! Genau die Liste mit Handschuhen, Eimer und Zahnbürste hat mir gefehlt – endlich mal ein Ablauf-Artikel ohne „kippt einfach Chemie rein“.

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